Meine Vergangenheit und ich

Also irgendwie findet mich immer noch (bzw. wieder) ein „altes“ Thema, das ich für mich abgeschlossen hatte. Aber mich finden gerade auch wieder Menschen, die davon betroffen sind. Zufällig. (Ja ne, alles klar).

Eins vorneweg: Ich definiere mich NICHT über meine Vergangenheit. Ich habe nicht MEIN Thema über das ich ständig sprechen muss, mit dem ich mich „getraut“ habe nach außen zu gehen. Es gab eine Zeit, da war es mir sehr wichtig, damit nach außen zu gehen, um endlich meine Seite der Geschichte erzählen zu können, um aufzuklären. Damals hieß es: „Immer postest du über Narzissmus. Das nervt langsam.“ (Auf meiner privaten Seite wohlgemerkt). Der Grund ist ganz einfach: Ich wollte die BETROFFENEN auf die Anlaufstellen und Plattformen aufmerksam machen. Die anderen können eh nichts damit anfangen. Fertig.

Aber es ist nicht MEIN Thema. Es ist NUR ein Teil meiner Vergangenheit. So funktioniert Heilung nicht für mich. Dieses Thema ständig im Feld zu halten und zu füttern – wie soll man so heilen können? Ich kann nicht anderen helfen, wenn ich selber mit mir nicht im Reinen bin. Ich bin nicht der Typ, der immer wieder etwas durchkauen muss. Auch nicht bei einem Psychologen. Ich hab das auf meine Weise gemacht. Ok, war nicht die einfachste und schnellste Methode, aber ich wollte das nicht lösen, wie „man das eben so macht“ mit Psychologen und wenn es blöd läuft auch noch Medikamenten. Meine Methode war langwieriger, schmerzvoller. Und ich habe mir nichts geschenkt. Keine Medikamente, keine Therapie, alles pur und ungefiltert gefühlt. Fühlen ist nur was für die ganz Mutigen.

Ich habe mich selber GE- und neu ER-funden. Indem ich mich NICHT ständig in einem bestimmten Teil meiner Vergangenheit aufgehalten habe. Indem ich neue Gedanken zugelassen habe.

Versteht mich nicht falsch: Auch ich habe sehr lange gebraucht, um an diesen Punkt zu gelangen. Ich kann mit dem Thema mittlerweile umgehen. ABER: ich lasse mich nicht mehr davon bestimmen. Das hat mit dem Menschen, der ich geworden bin, mit meinen Überzeugungen und meinem Umfeld, nichts mehr zu tun. Ich bin mir des Luxus, der mich umgibt, vollkommen bewusst. Ich rede nicht von materiellen Dingen. Ich rede vom Luxus sich glücklich zu fühlen, zur Ruhe zu kommen, geliebt zu werden. Sich selber zu mögen.

Ich habe einfach (pf, was ist einfach?)gemacht, was sich für mich richtig angefühlt hat. Für MICH. Deshalb bin ich damit nach „außen“ gegangen. Ich kann jetzt mit dem Feedback umgehen. Aber ich brauche nicht mehr die Bestätigung von anderen 🙂

Lange habe ich gehadert und mit mir gekämpft, wie ich damit umgehen soll. Ob ich damit nach außen gehen soll. Welche Reaktionen kommen könnten. Wen ich damit vor den Kopf stoße. ABER: Wen schütze ich dann tatsächlich damit? Das Thema Narzissmus will ich nicht, aber es gehört nun mal zu mir.
Manche können das Wort nicht mehr hören und verdrehen vielleicht schon die Augen. Aber es ist kein Modewort.
Ich habe meine Erfahrungen alleine gesammelt und mich alleine durch alles durchgekämpft. Und genau das hätte ich nicht gemusst, wenn ich gewusst hätte, um was es geht und ich nicht so alleine bin wie ich damals gedacht habe. 

Ich hatte einen Stammtisch für Narzissmus Betroffene gegründet und das war gut so. Vor ein paar Jahren. Kein Coaching, keine Therapie. Ein Treffen zum Austauschen. Um zu sehen, dass man mit diesem Thema nicht alleine ist und es Lösungen gibt.

Jetzt passt das nicht mehr zu mir. Ich bin durch damit. Naja, meistens. Manchmal triggert mich jemand durch eine Kleinigkeit immer noch. Ganz schnell. Da ist er noch, dieser verdammte Knopf, von dem ich dachte, er funktioniert nicht mehr. 

Und so finden mich wieder Menschen mit demselben Hintergrund. Narzissmus. Hm, was fange ich jetzt damit an? Wieso findet mich das Thema ausgerechnet jetzt wieder? Ich weiß es noch nicht. Aber ich werde niemanden weiterschicken, der über seine Erfahrungen mit mir sprechen möchte. Vielleicht  kann ich jetzt in einer Art und Weise antworten, die ich mir die letzten Jahre erst „erarbeiten“ musste oder mir helfen meine Erfahrungen (und Begegnungen) der letzten Monate in anderen Bereichen, um den Betroffenen zu unterstützen, um sich selbst wieder spüren zu können. 

Mal sehen, wo das hinführt. Aber eines ist klar: ich definiere mich nicht über meine Vergangenheit. Ich hab noch viel zu viel vor. Wie soll man nach vorne blicken, wenn man ständig zurückblickt?

Ein weiser Spruch zum Abschluss: Wenn die Vergangenheit an deine Tür klopft, mach nicht auf. Sie hat dir nichts Neues zu sagen.

Pass auf dich auf und lass es zu, dass jemand anders auch auf dich aufpasst. Ohne Hintergedanken, ohne „Zwischen den Zeilen lesen“. Manche Menschen sind so echt, dass man das nicht muss. 

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